Mittwoch, August 24, 2005

Martin Heidegger und NS

dt.Philosoph 26.09.1889 Meßkirch - 26.05.1976 Freiburg

"Martin Heidegger war Hitler willig zu Diensten. Dies war kein politischer Irrtum. Sein Denken hat einen völkischen Kern." – Zu diesem Urteil gelangt der Philosoph Emmanuel Faye in seiner Untersuchung weitgehend unbekannt gehaltener Schriften Heideggers vor, während und nach der NS-Zeit.

Heidegger trat am 1.Mai 1933 der NSDAP bei, wurde 9 Tage später Rektor der Universität Freiburg, untersagte zwar die Bücherverbrennungen und trat im Februar 1934 als Rektor zurück, ließ es jedoch Zeit seines Lebens an erkennbar kritischer und selbstkritischer Reflexion gegenüber dem NS fehlen.

Relevanz: 1933 war Heidegger kein jugendlicher Trottel, sondern selben Jahrgangs wie Hitler und bitte doch auch mehr Philosoph als Hitler. - Aber wenn einem "Philosophen" solch eigene Biographie keine Veranlassung zur Auseinandersetzung erforderlich macht, dann ist er mir kaum mehr Philosoph, schon gar nicht, wenn ihm mit "Sein und Zeit" (1927) sein Hauptwerk "sein" will.

Spätestens mit Victor Farías "Heidegger und der Nationalsozialismus, S. Fischer, 1987, aus dem Französischen von Klaus Laermann", ist zu hoffen, dass sich die Heidegger-Rezeption der gehüteten "Seins- und Zeitlücke" Heideggers stellt, will sie sich nicht selbst ebenfalls einer solchen verdächtig machen.

Indes und obwohl nun seit vielen Jahren im Streit, findet sich auch in gründlicher Durchsicht der Webseiten von Martin-Heidegger-Gesellschaft e.V. und der Meßkircher Martin-Heidegger-Stiftung kein Hauch einer Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit Heideggers.

Auch das ist einer "philosophischen" Vereinigung unwürdig.

-markus rabanus-

Montag, Oktober 25, 2004